Acht bunte Sprechblasen, die verdeutlichen, dass in der Beratungsstelle für vorschulische und schulische Integration viele Beratungsgespräche mit Eltern und Fachkräften durchgeführt werden.

Drei Mitarbeiterinnen, viele Anfragen – und ein gemeinsames Ziel: Eltern nicht allein zu lassen.
So unterstützt die Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration Eltern von Kindern mit Behinderungen.

 

Ab 8.00 Uhr morgens beginnt in der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration der Arbeitstag – oder besser gesagt: der Beratungsalltag. Anrufbeantworter abhören, E-Mails checken, ab 9.00 Uhr erste Telefonate führen. Und so geht es den ganzen Tag weiter.

Von 9.00 bis 10.30 Uhr findet die erste persönliche Beratung statt. Themen sind unter anderem die Suche nach einem geeigneten Integrationsplatz im Kindergarten sowie die Unterstützung beim Ausfüllen des Antrags auf Zuerkennung von Pflegegeld. Im Anschluss daran folgt ein Telefonat mit einer Psychologin der MA 10 – Wiener Kindergärten, um die Situation des Kindes zu besprechen und das weitere Vorgehen abzuklären.
Danach heißt es: telefonieren, telefonieren, telefonieren. Rund zehn Tagesmütter und Privatkindergärten werden kontaktiert, um herauszufinden, ob freie Plätze vorhanden sind und ob grundsätzlich die Bereitschaft besteht, ein Kind mit Behinderungen aufzunehmen.

Zwischendurch melden sich weitere Eltern mit drängenden Fragen:
„Wie finde ich die passende Schule für mein Kind?“
„Mein Kind soll in einen anderen Lehrplan eingestuft werden – was bedeutet das und wie gehe ich vor?“

Ein Telefonat dauert im Durchschnitt etwa 30 Minuten, häufig werden persönliche Beratungstermine für die kommenden Tage vereinbart. Es ist mittlerweile Mittag.

Nach einer kurzen Mittagspause folgt der fachliche Austausch unter den Kolleginnen. Drei Mitarbeiterinnen arbeiten gemeinsam in der Beratungsstelle und bewältigen die Fülle an Anfragen sowie zahlreiche weitere Aufgaben, die zum Beratungsalltag dazugehören – etwa Dokumentation und das Verfassen von Protokollen aus Vernetzungsgesprächen.
Um 13.00 Uhr beginnt eine weitere persönliche Beratung, diesmal zum Thema „Keine Nachmittagsbetreuung nach der Schule“. Auch dieses Gespräch dauert fast eineinhalb Stunden. Danach glühen die Telefone erneut, E-Mail-Anfragen wollen beantwortet und organisatorische Aufgaben erledigt werden.

Der ganz normale Wahnsinn?
Ja – glücklicherweise. Denn er zeigt: Die Beratungsstelle wird gebraucht.

Die Beratungsstelle wird gebraucht
Die Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration besteht mittlerweile seit über 30 Jahren. Ein Blick auf Berichte und Beratungsstatistiken der vergangenen Jahre macht deutlich: Der Bedarf an persönlicher Beratung, Unterstützung und Begleitung für Eltern von Kindern mit Behinderungen ist nach wie vor sehr hoch.

Eltern sind in vielen Lebensbereichen – insbesondere im Bildungsbereich – mit Barrieren, Diskriminierungen und Vorurteilen konfrontiert, wenn es um die integrative und selbstbestimmte Lebensgestaltung ihrer Kinder geht. Zwar wurden in den letzten Jahren auf internationaler wie nationaler Ebene zahlreiche gesetzliche Regelungen beschlossen, doch deren Umsetzung in der Praxis erfolgt sehr unterschiedlich.
Das führt dazu, dass Eltern häufig selbst aktiv werden müssen, um Inklusion und Teilhabe vor, während, außerhalb und nach der Schule einzufordern und auch tatsächlich umzusetzen. Genau hier setzt die Beratungsstelle an.

Das Angebot wird von vielen Eltern als große Entlastung erlebt. Gemeinsam werden individuelle Lösungen erarbeitet, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes abgestimmt sind. Diese Form der Beratung erfordert viel Zeit, Empathie und Kreativität – Ressourcen, die in der Beratungsstelle bewusst eingeplant werden.

Darüber hinaus leistet die Beratungsstelle wichtige Sensibilisierungsarbeit: Fachpersonen ebenso wie die breite Öffentlichkeit werden für die Anliegen von Eltern von Kindern mit Behinderungen sensibilisiert. Erfahrungen aus dem Beratungsalltag fließen in Veranstaltungen, Tagungen, Diskussionsrunden, Stellungnahmen und Gesellschaftsberichte ein.

Ein besonderer Stellenwert kommt der Kooperation und Vernetzung mit anderen Organisationen und Institutionen zu. Denn gelingende Integration braucht vor allem eines: ein gutes Miteinander aller beteiligten Stellen.

Rückmeldungen zur Beratungsstelle
„Die Möglichkeit, sich telefonisch Rat und dadurch auch wichtigen Rückhalt zu holen, finde ich ganz toll und war für mich immer sehr hilfreich. In Momenten, in denen man verzweifelt ist und auch im privaten Umfeld niemand mehr da ist, der zuhören oder unterstützen kann, ist ein offenes, geduldiges Ohr und ein Kopf, der weiß, wovon man spricht, lebensrettend.
Das Angebot einer Begleitperson zu Terminen mit Lehrer*innen und Erzieher*innen ist extrem hilfreich, da mit Eltern ganz anders umgegangen wird, wenn eine neutrale Person zur Seite steht, die gegebenenfalls vermittelnd eingreifen kann. integration wien stellt nicht nur eine Starthilfe, sondern auch eine – leider in diesen Zeiten notwendige – weiterführende Begleitung bereit und füllt damit einen wichtigen Bereich für Eltern und Kinder aus, die nicht in die heutige Norm passen.“ (Frau A.)

„Schon das erste Gespräch hat uns das Gefühl vermittelt, hier endlich Ansprechpartnerinnen gefunden zu haben, die uns kompetent und mit Herz bei der Bewältigung dieser Schwierigkeiten in der Schule zur Seite stehen. Jedes weitere Gespräch hat uns in dieser Ansicht bestärkt.
• Die Qualität der Beratung ist erstklassig.
• Unterstützung erleben wir prompt, kompetent und umfassend – und wenn wir sie brauchen, sind sie sofort zur Stelle.
Auch wenn wir gerade keinen aktiven Kontakt haben, haben wir das Gefühl, dass sich Gedanken um unser Kind gemacht werden und darüber, wie Integration besser funktionieren könnte.“ (Herr R.)

„Ich bin seit meinem ersten Kontakt mit der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration des Vereins integration wien sehr zufrieden. Die Mitarbeiterinnen sind sehr empathisch und kompetent. (Vor-) Schulische Integration ist sehr wichtig, weil ich oft das Gefühl hatte, dass der gesamte Schulapparat versucht, Integrationskinder so oft wie möglich in Sonderschulen abzuschieben. Ohne diesen Tipp hätte meine Tochter nicht die bestmögliche Integration erleben können.“
(Frau K.)

„Danke, dass ihr euch mit Herz und Engagement für gesellschaftliche Chancengerechtigkeit einsetzt. Die Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration ist für uns und unsere Familie eine zentrale Anlaufstelle für Anliegen rund um Inklusion von Anfang an geworden.“ (Frühe Hilfen Wien)

„Vielen Dank für die Vorstellung der Beratungsstelle im Rahmen des Moduls Elternkooperation. Die Lerntagebuch-Einträge der Studierenden zu Ihrem Vortrag sind äußerst positiv und gehaltvoll ausgefallen. Sie haben großen Eindruck hinterlassen. Besonders bewegt hat die Studierenden, wie schwierig die Situation für Kinder mit Behinderungen und ihre Familien ist.
Nun wissen sie, an wen sie Eltern vermitteln oder selbst bei Fragen kontaktieren können – nämlich an die Beratungsstelle. Danke für diesen großartigen Input und die vielen Lernchancen für die Studierenden!“ (Prof.in Mag.a Claudia Leditzky, BEd MA, Pädagogische Hochschule Wien)

Ein Tag, viele Anliegen – und genau darin zeigt sich, wie unverzichtbar die Arbeit der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration für Familien, Fachkräfte und gelingende Inklusion ist.

Sie haben Fragen zu inklusiver Bildung im Kindergarten, in der Pflichtschule, zur Nachmittags- oder Ferienbetreuung oder zu anderen Themen?
Das Team VorSchulische Beratung ist gerne für Sie da und unterstützt Sie kompetent und persönlich.

Erreichbarkeit:
Montag bis Donnerstag: 09.00–15.00 Uhr
Freitag: 09.00–13.00 Uhr
📞 01/789 26 42 – DW 12, DW 22, DW 31
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🌐 www.integrationwien.at/schule

 

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