Die Teilnehmer*innen unseres jüngsten Projekts, Politische Teilhabe und Teilgabe, erlebten am 12. September ein besonderes Highlight: Ein Gespräch mit den Behindertensprecher*innen der Parteien im Parlament mit anschließender Führung.

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Am 12. September war es so weit: Mit Kamera, Mikrofonen und brennenden Fragen im Gepäck fand sich die Gruppe Politische Teilhabe und Teilgabe vor dem Parlament zusammen. Doch wie kam es dazu? Die Idee kam in einem der Workshops des Projekts auf: denn über Politik wird viel geredet, aber wo wird sie gemacht? Und wo kann man mit Politiker*innen, die die zahlreichen Hürden für Menschen mit Lernschwierigkeiten auf breiter Ebene sichtbar machen können, ins Gespräch kommen?

Na klar! Im Parlament.

Schnell war der Entschluss gefasst: das sehen wir uns an. Aber nicht nur die Räume.

Wir wollen Antworten!

Wir wollen mitreden!

Eine Anfrage an die Behindertensprecher*innen der politischen Parteien wurde verfasst und ein Termin für einen Austausch auf Augenhöhe festgelegt: der 12. September. Gemeinsam betrat die Gruppe gespannt das Parlament – und nach einer kurzen Sicherheitskontrolle, ähnlich der am Flughafen, standen wir endlich in der Besucherhalle, dem Demokratikum. Viele Menschen, viele Aufgänge, viele Türen, aber auch hier gilt: Sicherheit geht vor! Allein kommt man hier nicht weit. Denn die Türen lassen sich nur mit Zugangskarten öffnen.

 

Parlament Sesselkreis Website

 

Über viele Stiegen und durch einige Türen gelangten wir aber an unser Ziel: das Theophil Hansen Lokal 3. Die Behindertensprecher*innen warteten bereits auf die Teilnehmenden und nachdem ein Sesselkreis gebildet war, stellten sie sich reihum vor. Fiona Fiedler (NEOS), Verena Nussbaum (SPÖ), Ralph Schallmeiner (Die Grünen) und Heike Eder (ÖVP). Nur der Behindertensprecher der FPÖ hatte auf unsere Anfrage nicht reagiert. Nach einer kurzen Anmoderation von Stefan Armoneit waren dann aber die Teilnehmenden dran.

Und diese hatten viele Fragen, wie z.B.:

 

„Warum gibt es nicht mehr Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen, die man sich leisten kann?“

„Warum gibt es für die Arbeit in einer Arbeitsstruktur keinen richtigen Lohn, sondern nur eine Art Taschengeld?“

„Warum ist die umfassende Barrierefreiheit im öffentlichen Raum noch immer nicht gegeben? Was tun Menschen mit Behinderungen, wenn überall Baustellen sind?“

 

Die Politiker*innen zeigten ihre Sichtweise auf und berichteten auch von ihren persönlichen Erfahrungen aus anderen Bundesländern. Sichtlich beeindruckt waren sie auch davon, dass die Teilnehmenden sich nicht mit jeder Antwort zufriedengaben. Den Ratschlag der Politiker*innen „lästig zu bleiben“ haben sie sich dementsprechend am Ende des Gesprächs auch hinter die eigenen Ohren geschrieben: „Auch wir müssen lästig bleiben.“

 

Bilder zusammengefügt

 

Beschwingt von diesem Gespräch nahm die Gruppe anschließend an einer Führung durchs Parlament teil. Gemeinsam bestaunten wir die riesige Säulenhalle, den historischen Sitzungssaal und den Nationalratssaal. Spannende Informationen zum Architekten Theophil Hansen, aber auch ganz praktische Informationen zur Zusammensetzung der Sitzbänke rundeten die Führung in einfacher Sprache ab.

 

Ein rundum erfolgreicher Ausflug!

 

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